Warum reden Menschen / so viel? – Ein Ausflug in die Sinnleh(/e)re

Warum reden Menschen und manche dazu noch so viel? Wer gern tanzt, singt, schreibt redet oder malt, macht dies meist aus Freud oder Leid. Welcher Beweggrund steckt wann hinter dem Reden um des Redenswillen oder hinter der verbalen Schweigsamkeit?

Was ist Introversion und Extraversion

Alles ist Kommunikation, was Bewegung oder Stillstand ist, sonst ist es Neutralität? Kommunikation nach außen kommt von innen und innig sein kann nur, wo Außen existiert? Geht eins ohne das andere? Kann etwas komplett in sich gekehrt oder außer sich sein? Vermutlich eher überwiegend. Also kann demzufolge Introversion und Extraversion in Einem sein. Und die Veränderung neu formen. Zudem ist keine dieser Formen mit zwingendem Redewillen verbunden.

Doch warum reden Menschen und manche gerne viel?

Durch das Reden empfinden manche Menschen persönlichen Genuss / Erfolg; Ihnen steht der Sinn danach; Sie fühlen sich besser verstanden oder mitgeteilt, als ohne und / oder empfinden so besser zu verstehen. Sie haben sich damit bislang am meisten wohlgefühlt / gute Erfahrungen mit gemacht oder wenig (gute) Erfahrung mit anderer / zusätzlicher Kommunikation. Reden kann somit auch effektiv, wie ineffektiv sein. Es kommt auf die Kommunikationsharmonie an, annähernde Wellenlänge auf diesem Sinn. So steht manchen (mitunter) mehr der Sinn nach Alternativer Kommunikation.

Von Über- und Unterbewertung

Die Kommunikation der Worte, wie Reden, Schreiben und Lesen ist nicht zwingend die unmissverständlichste Kommunikation. Wenn man sich vor Augen hat oder am Hörer, ist es auch nicht zwingend persönlicher oder effektiv, Stichwort Qualität, Quantität. Blicke und Gestiken verraten manchen Menschen mehr. Genauso wie unauthentisches Tanzen, Schreiben etc. unpersönlich sein oder am Thema / Zweck vorbeigehen kann. Die menschliche Persönlichkeit ist voller Facetten. Es ist leicht daher gesagt, dass Reden allein sehr hilfreich ist. Es ist schnell und modern, daher fast allseits gegenwärtig oder erwünscht. Reden ist ein I-Tüpfel unserer Kommunikation. So wie ein Blick bei einem Streit es auch sein kann.

Kommunikationsformen

Manche Menschen schreiten lieber (direkt) zur Tat und reden nur, wenn etwas, das sie für wichtig halten, noch nicht gesagt wurde (Das kann jedoch auch verbale Ausmaße annehmen). Ihre Tat ist dann auch eine Kommunikationsform. Manche reden gerne über das, was sie bewegt, ohne darauf zwingend eine Antwort erhalten zu wollen, sei es alltägliches, wie die Müllabfuhr, die am Fenster zu sehen war und anschließend über eine Birne, die gut riecht. Manche bilden ganze Dissertationen allein in ihrem Kopf ab und umgekehrt. Dann gibt es zumindest rein theoretisch Menschen, die gern ausführlich zuhören und reden in Form einer horizonterweiternden Diskussion. Und manch andere finden es widerum am anregendsten, wenn Gedanken nach außen tragen, ohne groß darauf zu achten, was von außen kommt / von außen aufnehmen, ohne groß darauf zu achten, was von innen kommt. Dann gibts Leute, die leben überwiegend in ihrer eigenen Welt und reden sporadisch mit oder dran vorbei, wie auch teilweise Leute, die aufmerksam zuhören. Manche reden gern in Metaphern, manche in Stichworten, manche in Romanen, manche bevorzugen ausschweifende Diskussionen und andere wiederum Blicke, Gesten, Lieder, Geschriebenes, Gedichte usw. Bei all dem spielen verschiedene Wahrnehmungsformen mit, die von Mensch zu Mensch verschieden sein können, so wie wir uns alle zwar ähnlich, jedoch auch verschieden sind.

Man kommuniziert, um etwas zu bewegen, Bewegung ist Kommunikation. Im Grunde kommuniziert man also, um zu sein und man ist wegen Sinnen? Immer dieses Alles und Nichts.. (Kurzer Abschweif) Wobei quantenphysisch ja auch nicht ausschließbar ist, dass etwas außerhalb unseres wahrnehmbaren Alles und Nichts existieren kann (ja mir gehts gut, das ist Quantenphysik für ggf. Interessierte).

Man möchte also etwas erreichen, den aktuellen Zustand so nicht stehen lassen. Und ist durch etwas bewegt worden, ob durch sich selbst, Zufall oder durch was auch immer. Daher meine Theorie, dass Zufriedenheit Neutralität ist, die nicht ist, weil Bewegung ist und man daher immer (mal wieder) mindestens ein kleinen wenig unzufrieden und / oder immer (mal wieder) mindestens ein kleinen wenig glücklich ist.

Redeentwicklung

Ursprünglich entwickelt haben wird sich das Reden an sich vermutlich ebenfalls aus Erfolgsgründen irgendeiner Urahnen-Spezies. Nur weil etwas entwickelt wurde und funktioniert, muss es deshalb aber nicht ideal oder nicht ideal sein.

Vielredner des Offensichtlichen oder laute Philosophen? Wenig oder viel Reden unhöflich?

Gesprächsthemen

Jede Kommunikationsform dient einem Informationsaustausch. Sei es, um neues an einer Begebenheit zu erfassen oder eine Begebenheit an sich. Je mehr für uns offensichtlich und annehmbar scheint, desto mehr bewegen wir uns entweder vom alltäglichen Weg oder genießen dies. So gibt es Menschen, die hundertmal das Selbe sagen oder hören (mögen) und Menschen, die gern andere Wege einschlagen, so wie beide Präferenzen in einem Menschen. Alltägliche Sachen öfters neu erleben hat auch eine höhere Wahrscheinlichkeit als das öftere Neuerleben des Nichtalltäglichen, jenachdem auf welchen Pfaden man sich bewegt und was der Zufall so bringt.Menschen beschäftigt halt verschiedenes.

Empfinden Menschen beim Reden über etwas Genuss oder suchen diesen auf diese Weise, werden sie es vermutlich öfters so machen, es sei denn eine andere Erfahrung überdeckt den Erfolg / Misserfolg irgendwann irgendwie. Das ist normal, so entwickeln sich Sinne und daraus die Gesprächsthemen.

Smalltalk und Deeptalk – Was ist eigentlich Klartext?

Smalltalk hat die Absicht des Beginns und / oder des Aufrechterhaltens eines seichten Gesprächs, zwischen verschiedenen oder unbekannten Charaktären zum Informationsaustausch für beispielsweise Auskommen, Freundschaft oder Feindschaft. Oftmals verwendet man alltägliche Gesprächsthemen, zu denen meist jeder etwas beitragen kann. Smalltalk kann auch nonverbal stattfinden, z. B. durch Blicke, Handreichen, Handzeichen etc.

Man versucht sich z. B. zaghaft an jemanden heranzutasten oder zu distanzieren, wenn man sich (seiner noch) nicht sicher fühlt und daher verbal nicht loslassen / sich verbal nicht fallen lassen mag. Dies kann auch in Partnerschaften vorkommen, z. B. bei Bindungsphobikern. Daher kann Smalltalk auch tiefgreifend genug von manchen Menschen empfunden werden und für sie ein großartiges Gespräch darstellen.

Ob etwas tief oder flach ist, kann man im Allgemeinen also schonmal schwierig beurteilen, außer vielleicht Flachwitze in Form von stumpfsinnigen Humor. Diese sind auch wieder irgendwo tief, da sie Herzen berühren und Tränenlachen erzeugen können. So ist auch mancher über ein Gespräch über Deos oder Bäume berührt. Man staunt, wonach einem der Sinn steht, der wandert hier und da, wo der Wind weht. Nicht zu vergessen, vergessliche Menschen, die oft gern wiederholen. Aber auch unsichere Menschen können sich wiederholen, um Bestätigung zu suchen.

Gehen Menschen gerne ans Handgemachte, gleich ob verbal oder physikalisch, kann man dies auch flach oder tief betrachten (:D). Es gibt scheinbar keinen allgemeingültigen Klartext.

Höflichkeit

Jede Art der Kommunikation tauscht Informationen aus. Wie sich ein Tanz oder ein Blick anfühlt, wie etwas klingt etc. Nicht oder wenig zu reden ist somit kein Zeichen mangelnden Interesses, sondern eine andere Form. Was nun höflich ist oder nicht, kann man dementsprechend auch schwierig beschreiben. Vielleicht der Versuch harmonisch zu kommunizieren, dass sich alle versuchen aufeinander einzustellen. Viele sagen zwar, dass sie es lieber haben, wenn man sagt / zeigt, was man will, aber manche von denen haben dann Schwierigkeiten damit umzugehen. Vielleicht drückt man sich auch unglücklich aus. Alles auch Interpretationssache.

Die 5 – 6 Sinne – Ausdrucksformen der Kommunikation

In der menschlich differenzierten Wahrnehmung spielen Lebenserfahrung und Umwelteinflüsse  (Freude- / Erfolgs- Lernerfahrung, Umstände, Umfeld) eine große Rolle, wie bei jeder anderen Sinnausprägung. Man tanz wie man lustig ist, man singt in seinen Tönen, Worte können unterschiedliche Bedeutung haben, so wie Blicke. Kategorien, wie Tanzsstile, Stimmvokale, Grammatikalien etc. sind Orientierungen. Vielleicht sprechen wir hier und da eine sehr eigene Sprache.

Die 5 – 6 menschlichen Sinne lauten Sehen, Hören, Fühlen (Tasten), Riechen, Schmecken und Spüren (Intuition / Instinkt, Ahnungsgefühl, Erlebnisgefühl, Erinnerungsgefühl). Aus Ursache und Wirkung, vielleicht auch aus Genetik, können diese Sinne unterschiedlich oder gleichstark beim Individuum ausgeprägt sein. Ich denke, dass jeder, der die physischen und umgebenden Voraussetzungen hat, mit allen Sinnen lebt. Der eine mehr da, der andere mehr da. Das Reden zähle ich zu den auditiven Sinnen, wobei es auch auditive Menschen gibt, die nicht gern reden. Auf jeden Fall ist akustisch. Ein akustischer Reiz, der Menschen mit Sinn erfüllen kann, sei es aus lerntypischen Gründen (akustisches prägt sich besser bei ihnen ein) oder aus Beruhigungsgründen. Es kann auch als Mittel zur Aufmerksamkeitssteigerung eingesetzt werden. Sodass sich manche gerne reden hören. Jedoch kann man sich auch gern hören, sehen, riechen, fühlen oder spüren. Je nachdem 😀 – Wenn man im Einklang mit sich und der Umwelt ist. Dann fällt es einem vermutlich auch gar nicht großartig auf, dass man redet, wie man aussieht, ob man riecht, wie man sich anfühlt oder wer man ist. Die Form von Selbstvergessenheit. Ansonsten kann man sich auch mit Gerüchen, Kleidung, Berührungen, Mimik, Gestik, Operationen, Schmuck etc. versuchen besonders bemerkbar zu machen – sei es nach außen hin oder für sich selbst.

Sinnweitergabe / Umwelteinflüsse

Warum tanzen, singen, lesen, schreiben Menschen gerne? = Feine Auswüchse der Sinne als Ausdrucksform der Kommunikation. Tanzen als emotionale Körpersprache, Singen und Sprechen als Audition, Lesen und Schreiben vielleicht ein Mischmasch aus Sehen und Hören. Und irgendwo ist immer ein Gefühl dabei. Der Ausdruck von Emotionen, von Sinnen. Die Kommunikation der Sinne.

Beispiele:

Kind mit musikalischen Eltern lernt Rythmusgefühl früher, als Kind bei auditiv schwachausgeprägtem Umfeld / Reizerlebnissen.

Hat ein Mensch überwiegend positive Erlebnisse während des Schmeckens, z. B. oft Spaß beim Essen z. B. mit Freunden oder Familie, dann prägen sich Geschmäcker gut ein und machen Spaß erinnert zu werden. Hat dagegen ein Kind ständig Stress beim Essen erlebt oder Magenprobleme, wird es Essen eher als lästige Pflicht sehen können.

Kinder probieren sich aus. Erlebt ein Kind beispielsweise durch Zeichnen die meiste Freude, kann es Gestaltungsfreudig sein und prägt seinen Beobachtungssinn eher aus.

Kommt ein Mensch besser durchs Schreiben oder Reden zur Erkenntnis oder verbindet damit überwiegend positivere Erlebnisse, ist ihm davon etwas sehr lieb.

Hat jemand physikalische Misshandlungen erlebt oder andere längerfristige oder massive schmerzliche Erfahrungen mit Hautkontakt erlebt, wie z. B. Neurodermitis oder grobmotorische Menschen, kann er/sie Berühungen negativ gegenüber eingestellt sein. Durch positive Neuerlebnisse kann sich ein Sinn ändern. Doch muss es das?

Sinnänderung

Es kann sein, dass sich Menschen, die sich auf einen oder wenige Sinne spezialisiert haben, kein großes Interesse (mehr) an anderen Sinnen haben und sind daher dann auch nicht als beeinträchtigt zu erachten. Selbst, wenn es eventuell möglich sein kann, dass man mit allen Sinnen sehr hoch fliegen kann, haben diese Menschen keine Lust den Höhenflug ihres Spezialsinns dafür einmal oder längerfristig reduzieren oder stagnieren lassen zu müssen, falls erforderlich. Sprich ein Musiker soll sein Musizieren reduzieren, damit er wieder gern liest. Mag sein, dass wenn er es machen würde, irgendwann sehr viel Freude am Lesen und am Musizieren haben könnte. Doch möchte der Musiker halt grad lieber Musizieren, ohne sich dabei krank fühlen zu müssen, weil sein Umfeld gerne liest. Wie auch mancher Mensch einfach gerne schweigt, ohne krank zu sein oder jemand eben gerne redet. Wie einem der Sinn steht. Und wenn sie jemanden finden, für den sie gerne etwas ändern möchten, dann können sie das dann ja tun. Zudem ist es nicht sicher, dass man mit allen Sinnen höher fliegen kann, als mit einem Spezialsinn, z. B. bei einer Inselbegabung. Möglich ist zwar einiges. Doch die Hauptsache ist, dass alle zufrieden sind.

Kann man dennoch ein krankhaftes Redebedürfnis haben?

Fühlt ein Mensch sich beim Reden nicht wohl oder möchte damit für Unwohl sorgen, kann man es als krankhaftes Redebedürfnis betrachten. Es kommt dann auch wiederum darauf an, ob der Mensch eigentlich reden will oder nicht und wie er diesbezüglich handelt. Wenn man auf Dauer gegen seine Sinne handelt, wird man bestimmt krank.

Kommt jemand ansonsten nicht damit klar, dass jemand viel oder wenig redet, kann (auch) dieser ein Defizit an sich haben, muss es aber nicht. Die menschliche Kommunikation hat etliche Facetten. Reden kann über- wie unterbewertet sein. Manchmal braucht es verbalen Abstand oder Nahstand, um besser Klarheit zu finden. Dies ist von Fall zu Fall verschieden. So können Menschen (gern) viel reden, weil es ihnen leicht(er) fällt, Spaß macht und / oder weil sie sich wenig anders zu kommunizieren vermögen.

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