Warum berühren Menschen sich – Brauchen wir Körperkontakt? Kuscheltier ?!

Ich musste zwar selbst lachen, als ich die Überschrift ausgewählt habe, doch so abwägig ist die Frage nicht. Dieses Thema ist für jene, die fest behaupten, dass der Mensch ein Kuscheltier oder ein Gruppentier sei. Mehr dazu auch im Thema Alleinsein kann gesund sein (folgt).

Hat ein Mensch früh und / oder reichlich negative Erfahrung mit dem Tastsinn gemacht, kann man diesen Sinn verkümmern lassen mögen, insofern ein oder mehrere andere Sinne erfüllend genug sind, nicht am verkümmernden Sinn zu Grunde zu gehen. Ganz ohne Berührungen kommt man nicht aus, denn dann würde man sich nicht bewegen, sprich nicht den Boden fühlen etc. Für unsere Physis ist es wichtig aktiv zu sein, – produzierte Spermien wollen raus, Muskeln schwinden oder wachsen, Zähne suchen was zum Kauen, genauso wie unsere Psyche Lernerfahrung sucht. Deshalb ist es für Babys besonders wichtig, zunächst über den Tastsinn Informationen zu erhalten, bis es alternativ erleben kann.

Vom Sinn der Sinne

Nun können diese Informationen auch ursrpünglich und / oder langfristig negativ erlebt worden sein. Zum Beispiel durch Neurodermitis, Missbrauch, Grobmotorik und sonstigem Stress. Dann ist der Mensch eher kein Kuscheltier und sucht eher keinen zwischenmenschlichen Körperkontakt. Ist er ansonsten zufrieden, braucht er diesen auch nicht. Es könnte sein, dass, wenn sich für diesen Menschen der Tastsinn (wieder) beginnt gut anzufühlen, dass er diesen dann fortan genießt. Das ist das Selbe, wenn man als Filmfreak plötzlich Gefallen an Büchern findet. Doch wenn der Filmfreak glücklich leben kann mit Filmen, wird er von sich aus vermutlich eher nicht einen Weg anstreben, etwas an dieser Situation zu verändern.

Leidet ein Mensch darunter, keinen zwischenmenschlichen Körperkontakt zu haben, dann braucht er diesen auch nur vielleicht. Denn vielleicht liegt es auch eher daran, dass er oft mit Menschen konfrontiert ist, die ihm einreden, dass er es braucht und dieser sich somit nicht richtig fühlt. Ansonsten ist für Menschen, die gerne zwischenmenschlichen Körperkontakt haben, dieser ein ganz besonderes Erlebnis. So wie für Gourmets ein Essen, für Akustiker eine Melodie, für Visuelle ein Bild, für Riecher ein Duft usw.

Ist ein Sinn nicht mehr groß aktiv, weiten sich meist ein oder mehrere Sinne aus. Das ist auch der Grund, warum es Autisten oder Menschen mit dem Asperger Syndrom gibt. Die versucht man auch nicht zwingend davon zu überzeugen, etwas anderes gut zu heißen als ihre Inselbegabung. Oder taube / blinde / gelähmte Menschen. Man kann es versuchen jemandem mit physikalischen Voraussetzungen nahe zu bringen. Man kann jemanden auch so versuchen zu akzeptieren, wie er / sie ist, sonst könnte man evtl. auch selbst ein Problem haben.

Kuscheln um jeden Preis?

So unterscheiden sich auch Menschen darin, ob sie gern mit bestimmten Menschen kuscheln oder egal mit wem, mit wem sie Essen genießen und mit wem nicht. Menschen, die sich nicht gut riechen können, sei es im duftendem oder emotionalen Sinne, kuscheln nicht so wohltuend, wie Menschen in Harmonie. Wäre Körperkontakt / Kuscheln daher ein so wichtiger Überlebensbestandteil, wären viele in der heutigen Zeit vermutlich schon gestorben. Wir werden auch nicht zwingend negativer. Unsere Sinnpräferenzen sind änderungsfähig. Wir sind anpassungsfähig.

Der Tastsinn ist ein ursprünlicher Sinn, aus dem andere Sinne wachsen können. An mangelndem Körperkontakt wird man meines Erachtens somit am wahrscheinlichsten nur dann zu Grunde gehen, wenn man sonst keine Erfüllung im Leben findet.

Warum kann zwischenmenschlicher Körperkontakt so intensiv sein?

Über die persönlichen Sinnpräferenzen hinaus, kann ein menschlicher Körper mehrere Körperregionen eines Gegenübers gleichzeitig berühren und dies auf sehr feine Weise durch die Körperhäärchen, Hautporen, Muskulatur oder Speck zum Beispiel. Ein Gegenstand ist einfacher beschaffen und wenn Tiere kuscheln wollen, dann tun sie es meistens anders durch ihre differenzierte Körperform und Urart. Jedoch können Menschen wie oben beschrieben aus allerlei Gründen einen Gegenstand, ein Tier oder sich selbst für das Kuscheln zufrieden bevorzugen.

Definition „kuschelig“

Kuschelig bedeutet wohlig. Nicht jeder mag es hart oder weich. Manche fühlen sich unangenehm gekitzelt von sanften Berührungen oder empfinden Schmerzen bei einer Massage. Auch kann dies von Körperregion und Tagesform her unterschiedlich sein.

Es ist also eine Frage der Zwischenmenschlichkeit, der Art und Weise und der Umstände, ob man kuscheln mag oder nicht und mit wem oder was, z. B. nur mit sich. Und ohne jegliche Berührung irgendeiner Sache kommt man als Nicht-Gelähmter bislang wohl jedoch eher schwierig aus.

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