Vom Genuss zum Exzess – Wann ist man süchtig?

Genuss führt in unserer Gesellschaft ständig zu Einklang und zu Konflikten, ob aus Grenzenlosigkeit oder Begrenzung. Genuss ist das natürliche Wohlgefühl eines Menschens. Jeder möchte sich wohlfühlen. Die Art und Weise des Wohlempfindens ist verschieden und wirkt für manchen extrem oder genügsam.

Als süchtig gilt, wer Genuss auf eine Weise erstrebt, die eine gravierende Schädigung mit sich bringt. Die Frage ist für wen oder was ist eine Schädigung gravierend.

Das neuronale Netz im Kopf eines Menschens spielt seine Rolle mit sowie Ursache und Wirkung, Raum und Zeit.

 

Genussmensch – Exzessiv oder genügsam?

Genügsamkeit und Exzessivität sind Relative aus Begrenztheit und Offenheit, welche widerum auch relativ betrachtet werden können. Beide können mit Genuss und Sucht verbunden sein. Die Kompromiss-Welt ist begrenzt. Daher übt sich mancher teilweise im Genügsamsein wenigstens etwas genießen zu können, weil sonst die unangenehmen Konsequenzen so groß wären, dass man noch weniger genießen könnte, als man ursprünglich möchte. Manche üben sich im Genuss, den sie bislang noch nicht entwickeln konnten. Und manche ecken mutwillig an, weil sie sich zu begrenzt oder zu unbegrenzt fühlen.

Genügsamkeit kann auch Genuss sein, wenn einem der Sinn nach einem Maß steht, der widerum übrigen Sinnen entspringt, die auch gelebt werden mögen. Man prägt den ein oder anderen Sinn intensiver aus, als den anderen oder hält alle so ziemlich derart in Woge, dass es immer mal wieder etwas bereicherndes in einem Sinn zu finden gibt. Wessen Sinne zerstreuter sind, kann daher vielfältiger offener und verschlossener handeln und wer Spezialinteressen hat, kann auf diesen Gebieten weit offener als mancher sein und widerum auf anderen dafür umso verschlossener.

In einer unbegrenzten Welt käme es ggf. schneller zur Un- oder Überzufriedenheit und somit zur überwiegenden Destruktive bishin zur Zerstörung oder zur überwiegenden Konstruktive bishin zur Weiterentwicklung. Dann könnten z. B. alle Sinne exzessiv gelebt werden und genauso gut genügsam. Doch auch Konstruktion und Destruktion können wieder Ansichtssache sein. Die Menschen haben unterschiedliche Wahrheiten aufgrund unterschiedlicher Wahrnehmungen. Es gibt Wahrnehmungen, die viele Menschen ähnlich zu sehen empfinden, die benennen sie zu Fakten. Das ist teilweise gut und teilweise schädlich.

Bei einer Sache sind wir uns wahrscheinlich alle theoretisch einig

und das ist, dass es allen möglichst gut gehen sollte.

Wie entsteht Sucht

Warum es dann trotzdem Leid auf der Welt gibt,

liegt an unterschiedlicher Empfindung und Behandlung von „gut“ / manches Wohl wird über manch anderes gestellt. Unterschiedlichkeit kann auch schön oder uninteressant sein. So lange „Gut“ unterschiedlich gesehen wird, reagieren wir ggf. irgendwo mit Negativität. Wir schieben das Leid hin und her, meiden es oder versuchen es zu entfernen, sind aber bislang nicht vollständig dazu in der Lage, sonst wäre Bequeme und Frieden bereits allgegenwärtig, da es noch bequemer und genussvoller wäre. Selbst ein Hochrangierter Egozentriker lebt ständig in Verteidigung, da der Widerstand von außen die Wächter stresst und diese in einer Mangel-Gesellschaft nicht immer (bei Laune) gehalten werden (können). Je weniger destruktiver Widerstand, desto einfacher lebt sichs. Ein Leben ohne destruktiven Widerstand wäre Harmonie.

Was ist Sucht?

Ein Leben im destruktiven Widerstand erzeugt Dissonanzen, welche unnatürliche Verhaltensweisen begünstigt. Jeder von uns stößt irgendwo auf Widerstand und versucht sich zu zügeln oder alternativ hoch zu fliegen, insofern es problemlos möglich ist. Hauptsache die Dissonanz ist weg. Manchmal empfinden wir, bereits weit genug zu sehen und manchmal empfinden wir unseren Handlungsspielraum als eingeschränkt. Schafft man es aus irgendwelchen Gründen nicht, sich in ausreichendem Einklang mit seiner Umwelt zu bewegen, sei es angepasst oder im Widerstand, gerät mancher in Not. In Not bleibt nicht viel Wahl, man opfert unter Umständen. Wenn es kein anderer ist, dann einen (anderen) Teil von sich. Die Leber wird geschwächt, um den Kopf von Angst zu befreien, dafür sind Kopfschmerzen ok usw. Auf Dauer weiß man, kann das schief gehen. Nur empfindet der Betreffende diesen Weg in diesem Moment als den einzig greifbaren. Fährt man eine Weile damit gut genug damit, ohne eine Alternative zu ergreifen, kann man den Weg zu genießen beginnen oder eine Sucht entwickeln. Entweder hat man sich verändert und will keine Alternative mehr oder kommt nicht mehr davon weg, will es aber irgendwo.

Sucht ist quasi ein leidverbundene Notfallmaßnahme, das eigene Wohlgefühl aufrecht zu erhalten oder wieder zu erlangen. Sie füllt die Lücke des Genusses, den man als unerlässlich oder als alleinig greifbar empfindet. Kann man die Handlung zur Gewohnheit machen und keine leidlose Alternative herbeiführen, kann Genuss aus der Sucht entstehen. Sucht kann auch aus Genuss heraus entstehen. Jedoch aufgrund des erzeugten Leides kann Sucht nicht gleichzeitig Genuss sein. Leidloser Genuss ist frei von Sucht, es sei denn die gesamte Existenz ist schädlich oder ein Teil von ihr (wir kommen wieder zur Warum-Frage ^^). Sucht ist ein Leid-Austausch, bei der man das eingetauschte Leid noch verdrängen kann, das ausgetauschte jedoch nicht mehr erträgt.

Suchtmittel finden da Anwendung, wo entweder keine Alternative gesehen wird oder nicht ertragen wird. Auch dadurch, wie wir die Welt erstmals kennengelernt haben, spielt eine Rolle. Wir müssen erstmal erfahren, dass sie ganz anders angenehm und vielleicht sogar viel angenehmer sein kann. Konsequenzen und deren Form spielen ebenfalls eine Rolle. Bestimmt beispielsweise eine Person, was richtig und falsch ist, dann bekommt sie die Macht dazu. Zwar lebt nicht jeder in einer verteidigungsstarken Position, doch letztlich braucht es Veränderung und die kommt spätestens von den Unterdrückten, da jeder Mensch, kurz bevor er kaputt geht, ungeahnte Kräfte freisetzt und im Notfall selbst zu schwachen Mitteln greift.

Wie erkennt man was wer genießt und wonach wer süchtig ist?

Wir können oftmals gut für uns selbst ausmachen, wann wir uns wohl fühlen und wann nicht, sowie ob wir mit uns mit unserem Umfeld im Einklang fühlen. Dabei ist man nicht irre, man ist wie man sich empfindet. Halt nicht immer kompatibel mit der Umwelt. Wenn wir andere verstehen wollen, sollten wir vielleicht ihre Sicht der Dinge als ihre Wahrheit anerkennen, tolerieren müssen wir sie nicht. Nur verstehen, wie sie denken, um überhaupt in der Lage zu sein, wohltuend mit ihnen zu sein, um Gemeinwohl zu erschaffen. Aber letztlich wäre es Wahnsinn alles zu erfassen, wie soll man das erkennen.

Orientieren wir uns zurück zu dem Ausgangspunkt, dass wir es alle gern haben, wenn sich alle gut fühlen. Ein abstruses Beispiel: Das bedeutet, dass sich keiner zerstören kann, ohne dass es mindestens einem, nämlich ihm schlecht dabei geht, aufgrund der Schmerzen / Angst z. B., es sei denn, das Sein des Jenigen wird noch schlechter von diesem Jenigen empfunden und seine Zerstörung eine Erlösung. Nun will aber niemand, dass er sich zerstört, sie würden sich dann unwohl fühlen. Das kann der Sicherzerstörenwoller nicht wollen, sie können aber auch nicht wollen, dass er sich weiterhin unwohl fühlt. Wie kann man da zum allgegenwärtig gutem Genuss gelangen? Zum Einen wären die Optionen: Er zerstört sich nicht und sie fänden es nicht mehr schlecht, wenn er es würde oder er zerstört sich und sie fänden es gut. Zum anderen könnte ein anderes Ereignis manchen Willen in eine andere Richtung verändern.

(Der Artikel befindet sich gerade in der Überarbeitung)

 

 

 

Der Begriff Sucht bedeutet laut Wikipedia Leiden, stammt von Siechen. Dabei fände ich den Begriff Suchen im Kontext ziemlich passend. Man sucht etwas zur Not exzessiv, weil das Fehlen Leid erzeugt und sucht ständig wieder etwas. Und jetzt eine Frage – wer sucht nichts? Wer arbeitet nicht extrem oder versucht extrem wenig zu arbeiten, wer lacht, wenn nicht herzhaft? Wer macht ausschließlich halbe Sachen und umgekehrt, wer betreibt dauerhaft erfolgreichen Exzess? Sucht muss daher nicht unbedingt mit Leiden verbunden sein und Genügsamkeit nicht zwangsläufig mit Zufriedenheit.

Was ist krankhaft? Oder Sucht und Bescheidenheit harmonisieren

Krank ist, wer dranghaft leidet / wem Leid Drang ist / wer dranghaft Leid bedarf / Leid dranghaft bedingt / wer sich und andere ohne Notwehr dringlich schädigt. Sucht 😀 euch was aus. Wobei Notwehr wieder son Thema für sich ist. Und jetzt fragen wir uns; Wer leidet freiwillig? Wie gerät man unabhängig in Leid, sind Unabhängigkeit und Freiwilligkeit generell überhaupt möglich? Die Schicksalsfrage. Geht besser davon aus, dass ihr was verändern könnt, weil vielleicht geht das und ihr habt es nicht probiert. Denkt an Energiewissenschaften. Aber stellt den Energieerhaltungssatz in Frage. Das ist höchst interessant und kann gegebenenfalls Berge versetzen.

 

Der Angst ins Auge sehen – Oder was ist Angst?

Wer dringlich leidet, lebt oft in Angst, da man im Begriff steht sich zu sabortieren. Höchstens ein Geistesakrobat oder Geisteskranker, dessen Amygdala nicht mehr großartig feuert, kommt entweder zurecht oder macht sich vieles recht. Um Angst zu erkennen, muss man sie empfinden, begreifen und ihr dann ins Auge sehen. Das ist millionenmal einfacher gesagt, als getan, doch letztlich genauso hilfreich für den Weg zur höchstmöglichen Zufriedenheit, vielleicht sogar noch mit darüber hinaus wachsendem Höchstgenuss. Kommt halt wie Anfangs gesagt darauf an, wie vereinbar dies mit sich und anderen ist.

 

Wieso gibt man sich kaum zufrieden?

Neuologische Erklärung

Im Gehirn sollen Motivation, Belohnung und Gedächtnis Hand in Hand laufen. Der Botenstoff Dopamin soll laut Forschung essentiell für die Motivation sein. Ist längerfristig weniger oder mehr Dopamin an seinen Rezeptoren angedockt, als Rezeptoren verfügbar sind, kann ein Ungleichgewicht entstehen. Auch können die Rezeptoren vermindert oder desensibilisierter (ausgeleiert) sein. Wie z. B. durch Drogen, Alkohol, Glückspiel oder ein anderes bewegendes Ereignis. Der Körper produziert seine Stoffe nach Bedarf. Ist ein Überangebot da, zum Beispiel durch Tabletten, spart der Körper an dieser Produktion, um sich durch ein Überangebot nicht unnötig zu belasten (Abbau).

Demnach kommt man schwer von Genussmitteln los, weil die körpereigenen Belohnungs- und Motivationsstoffe hinterher erstmal wieder ohne diese auf Touren kommen müssen und das meistens daher so unangenehm ist, weil man sich des Weges nicht sicher ist oder gar erst keinen für möglich hält. Doch Neuronales kann sich laut Forschung sowohl mindern, als auch erweitern, wie z. B. die Resilienz (Wiederstandskraft). Quellen: Magazine, Google-Stichworte Belohnungssystem, limbisches System, Motivationsgedächtnis etc.

Daher ist auch das dauerhafte Loskommen von einer Sucht möglich. Von Fall zu Fall verschieden und nicht vorhersagbar. Jedoch auch nicht ausschließbar. Es besteht die Chance für jedermann. Die Umstände spielen mit.

Hinzufügend zu diesen bisherigen Forschungsangaben, stelle ich themenbetreffend noch die Theorie auf, dass dann auch Dopaminrezeptoren empfindsamer werden könnten. Dadurch ließe sich ggf. die Empfundung

 

Wie mit Süchten und Genuss umgehen?

Manchmal fühlt man sich in einer Partnerschaft, in der Kindergebärung oder in einem Job aufgefangen und dann wieder nicht. Die Unzufriedenheit schwingt im Inneren immer irgendwie ein wenig mit, man kann sie manchmal gut von sich weglenken. Doch sie kann einen, solange Genuss kein Dauerzustand ist, immer wieder einholen. Wer die Angst weitmöglichst davor verliert, bei dem lassen ggf. auch die Spannungen im Bezug zu seinen Süchten langsam nach. Der Reiz schwindet. Man spürt wieder andere Lebensqualität.

Genuss ist meines Erachtens die Zufriedenheit / Harmonie, die man miteinander teilen und mindern kann. Vielleicht hat man eine gute Basis gefunden, aus denen man andere und andere einen nicht sonderlich aussaugen oder das Teilen mit anderen multiplen Ertrag für ausreichend Kraft bietet, doch ist vollkommener Genuss im Einklang mit allen vielleicht nur dann möglich, wenn universell Harmonie ist. Große allgegenwärtige Zufriedenheit kann auch friedreich sein. Doch wo auch ein Quäntchen Leid ist, entsteht Konfliktgefahr. Dies kann sich langfristig im Rahmen halten und ausufern. Vielleicht kann auch universelle Harmonie das.

(Artikel fast fertig)

Die Forschung muss ja nicht alles für sich erkennen

dies ständig im Konflikt mit etwas steht, sei es der Nachschub der Mittel oder Kummer, der weiteren Kummer erzeugt und dadurch wiederum Unbehagen oder Strafen mit sich zieht.

Man muss zwar nicht zwingend verantwortlich für Auswirkungen seines Handelns sein, jedoch

, ist der Genuss weder von Dauer noch von herausragender Höhe, da ständig Einsatz von Außen erforderlich ist.

 

Was ist Können in einer unkontrollierbaren Welt?

Vielleicht kann einfach jeder genausoviel wie weniger, nur unterschiedlich intensiv und zu unterschiedlicher Zeit. Vielleicht mag es durchaus Ausnahmen geben, bei denen Neuronen weitläufig ungewohnt oder teilweise nicht vorhanden sind. Doch bis man sich größtenteils gemeinstimmig durch solche Möglichkeiten durchgearbeitet hat… Wems Genuss ist.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s